Deutsche Klinik Bad Münder

Zentrum für IVF und Reproduktionsmedizin – Bad Münder – Hannover
 
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Kinderwunschbehandlung in Zeiten des Zika-Virus

10. Mai 2016 News zum Thema Kinderwunsch | Abgelegt in der Rubrik Therapien

Es gilt inzwischen als gesichert, dass das durch Mücken übertragene Zika-Virus bei ungeborenen Kindern schwere geistige Behinderungen durch Störung der Gehirnentwicklung verursacht, wenn die werdende Mutter infiziert ist.

Insgesamt sind in Mittel- und Südamerika mittlerweile 31 Länder betroffen. In mehreren dieser Länder wird Frauen dazu geraten, derzeit nicht schwanger zu werden – in El Salvador sogar bis 2018. Kolumbien begann aktuell damit, Anti-Mückenspray und Kondome als Doppel-Präventionsstrategie zu verteilen.

Für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch und deren behandelnden Ärzte eine problematische Empfehlung, denn häufig tickt die biologische Uhr der Betroffenen. So besprechen Reproduktionsmediziner in Epidemiegebieten mit den Patientenpaaren, ob ein Verschieben der Kinderwunschbehandlung die individuellen Chancen auf Schwangerschaft vermindert. Wenn nicht, wird tatsächlich empfohlen, die Behandlung aufzuschieben. Aber insbesondere Frauen über 35 – auch in Südamerika das Hauptklientel unserer Kollegen – sollten mit der Behandlung trotz Zika-Virus nicht warten. Diesen Patientinnen wird angeboten, ihre Embryonen einzufrieren und den Embryotransfer später durchzuführen. Eizellspendebehandlungen werden verschoben.

Gefahr in Deutschland?

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In Deutschland nicht. Sich hierzulande mit dem Zika-Virus zu infizieren, ist zum Glück sehr unwahrscheinlich, da die übertragenden Mückenarten bei uns (noch) nicht vorkommen. Wir empfehlen unseren Paaren, die in aktiver Kinderwunschbehandlung sind, sich aber in jedem Fall vor Reisen in tropische Länder auf mittlerweile allen Kontinenten über den aktuellen Stand der Zika-Virus- Infektionen zu informieren. Reisen in Epidemiegebiete sollen vermieden werden.

Hat eine Reise in ein betroffenes Gebiet stattgefunden, kann erwogen werden, zumindest eine Kinderwunschbehandlung mit künstlicher Befruchtung in den folgenden 6 Monaten nicht durchzuführen. Kam es zu Symptomen und somit zu begründetem Krankheitsverdacht, sollte das Paar in jedem Fall für 6 Monate eine Schwangerschaft verhindern. Die Verhütung sollte mit Kondom erfolgen, da eine sexuelle Übertragung sehr wahrscheinlich auch möglich ist.
Foto von frankieleon


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