Deutsche Klinik Bad Münder

Zentrum für IVF und Reproduktionsmedizin – Bad Münder – Hannover
 
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Krebsrisiko durch künstliche Befruchtung?

25. Oktober 2015 News zum Thema Kinderwunsch | Abgelegt in der Rubrik Hormonbehandlung, Therapien

Bei der künstlichen Befruchtung werden Hormone verabreicht, um die Zahl der Eizellen zu erhöhen und damit die Chancen auf eine Schwangerschaft. In unserer Klinik bemühen wir uns, die dafür notwendigen Dosierungen möglichst niedrig zu wählen, um Nebenwirkungen bei der Patientin (Überstimulationssyndrom) und negative Auswirkungen auf die Eizellqualität zu vermeiden. Grundsätzlich kann man eine künstliche Befruchtung auch ohne Hormongaben durchführen, jedoch sind die Erfolgsraten dadurch deutlich vermindert.

Langfristige Nebenwirkungen

Während die akuten Nebenwirkungen – wie das Überstimulationssyndrom – meist gut einschätzbar sind und dadurch vermeidbar und vor allem nur vorübergehend, wird über langfristige Nebenwirkungen immer wieder diskutiert. Vor allem das möglicherweise erhöhte Krebsrisiko ist dabei über die Jahre immer Thema gewesen. Mit längeren Beobachtungszeiträumen und steigender Anzahl an behandelten Patientinnen lassen sich zunehmend zuverlässigere Aussagen auch zu dieser Frage machen.

Beruhigende Ergebnisse

Eine aktuelle Studie aus England zeigte bei 255.000 Mit IVF behandelten Frauen kein erhöhtes Risiko für Brustkrebs oder Gebärmutterkrebs. Eine Erhöhung des Erkrankungsrisikos fand sich jedoch bei bösartigen Tumoren des Eierstocks. Während im Bevölkerungsdurchschnitt 11 von 10.000 Frauen betroffen sind, lag diese Quote bei Frauen nach einer IVF-Behandlung bei 15 von 10.0000. Inwieweit diese Steigerung tatsächlich signifikant ist und Folge der Hormongaben, ist weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Diskussionen. Immer mehr setzt sich hier die Ansicht durch, dass bestimmte Vorerkrankungen, die bei Kinderwunsch-Patientinnen häufiger auftreten (wie z. B. Endometriose) die Ursache für das erhöhte Riskiko darstellen und nicht die Hormonbehandlung.

O-93 A. G. Sutcliffe et al, “Ovarian Tumor Risk in Women After Assisted Reproductive Therapy (ART); 2.2 Million Person Years of Observation in Great Britain.”
ASRM Annual Meeting 2015 – Baltimore


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